Herbstfahrt in die Apfelernte

So manches war anders auf der diesjährigen Herbstfahrt: mit 27 Kindern waren wir so viele wie lange nicht; da wir keine eigene Köchin mitbringen konnten, haben wir uns mit Vollverpflegung verwöhnen lassen und hatten so eine ganze Menge mehr Zeit für das abwechslungsreiche Programm; unser Herbergsvater war ein echtes Randerzgebirgs-Urgestein und meistens ungekämmt; es gab täglich selbstgemachte Marmeladen und Apfel-Birnen-Säfte und und alle wichtigen Ereignisse wurden in den persönlichen Tagebüchern festgehalten.

Vieles war auch wie immer auf der diesjährigen Herbstfahrt: die – von einigen wenigen stürmischen Momenten abgesehen – prinzipiell sehr gute, fröhliche und hilfsbereite Atmosphäre; der generelle Drang, sich an der frischen Luft zu bewegen, den wir wegen des die ganze Woche andauernden Sonnenscheins ausgiebig ausleben konnten; die Spannung über die tägliche Punktevergabe und die abschließende Siegerehrung in der Zimmerwertung und die Tatsache, dass Teller, die mit Obst und Süßigkeiten belegt waren, immer sehr schnell leer werden.

Einiges war bemerkenswert auf der diesjährigen Herbstfahrt: zuerst natürlich die Waldhütte, die oberhalb des zum Grundstück gehörenden Berghangs unter Ausnutzung der Schiefervorkommen in der Gegend erbaut wurde; das Auf-und-Ab der Landschaft, das jeden als kleinen Spaziergang geplanten Ausflug zu einer ernsthaften Wanderung werden ließ; die Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz, die wir besuchten und spannend fanden, auch wenn die Führung eher störend wirkte; der Grillabend in der Waldküche, den wir am letzten Abend genossen und vielleicht auch der Rekord im Springseilspringen (Freiluft), der trotz eifriger Bemühungen nicht mehr überboten werden konnte.

Auf jeden Fall haben wir jede Minute in diesem Haus, fast einen Kilometer von jeder nächsten menschlichen Behausung entfernt gelegen, genossen und wollen gern wieder dorthin fahren. Von ein paar kleineren Unpässlichkeiten haben wir uns nicht unterkriegen lassen, sondern unsere Gemeinschaft beim Essen, Singen, Spielen, Beten, Waschen, Basteln, Fußball, Gummitwist, Abendgebet im Wald, Gelände erkunden und dem ganzen täglichen Vielerlei ausgiebig erfahren. Inzwischen hat sie sich als ein tiefes Gefühl der Freude in uns gestgesetzt und lässt uns schon das nächste Jahr erwarten, wo es ja wieder eine Herbstfahrt geben wird.